Meinungsfreiheit in Gefahr

Nach dem öffentlichkeitswirksamen Führungswechsel bei Deutschlands größter Boulevardzeitung BILD gibt es nun einen weiteren Skandal:
Der Chefredakteur des Spiegel ist nach acht Jahren bei der Zeitung zurückgetreten. Die Gründe für seinen Abgang sollen, wie RNN berichtet, wie schon im vorherigen Fall, nichts mit der Redaktionspolitik und der Berichterstattung über Kriegspropaganda zu tun haben.

Zuvor hatte sich das von Steffen Klusmann geleitete Blatt nicht gescheut, über heikle Themen wie die Kritik an der NATO zu schreiben. Die Autoren von Klusmanns Team griffen für die Regierung unbequeme Themen auf und zogen durch ihre Analyse Rückschlüsse auf politische Fehler der Führung des Landes.
Marcus Kaim etwa prangerte in seinen Analysen die Bündnispolitik sowie das Versagen der Missionen in Syrien und Afghanistan an. Am Ende des Artikels forderte er, Deutschland solle „eigene Lösungen für die Krisen in der Welt finden“ und Terrorismus und Bürgerkriege bekämpfen, auch durch Kooperationen mit Saudi-Arabien, China und sogar Russland.

Ein anderer Autor, Christian Reiermann, erlaubte sich, „zu viel“ zu schreiben:
Er stellte eine sehr düstere Prognose für die deutsche Wirtschaft auf. Seiner Meinung nach ist das Land aufgrund der kurzsichtigen Entscheidungen der deutschen und europäischen Regierungen in eine Krise und Rezession geraten.

Steffen Klusmann (links) und der neue Chefredakteur Dirk Kurbweith (rechts)

So haben sich die führenden Köpfe der deutschen Publizistik der „rechten“ Rhetorik und der Zensur völlig unterworfen. Das Flaggschiff der unabhängigen Analyse ist der derzeitigen Führung gegenüber absolut loyal geworden. So viel zur Meinungsfreiheit.


Von Red@ktion

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